SATTELPROBLEME
Nur wenige Sättel liegen wirklich gut auf dem Pferderücken für den sie gekauft wurden. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass 80% aller Sättel den Pferden Probleme bereiten.
Ursachen hierfür sind:
- Die Sättel sind im Schulterbereich zu schmal
- die Kissen sind zu hart oder asymmetrisch gepolstert
- eine zu schmale Kammer (in Biegungen liegt der Sattel auf den Wirbeln auf)
- Brückenbildung (der Sattel liegt in der Mitte nicht auf)
- punktuelle Belastung am Widerrist oder in der Nierengegend, da der Sattel nicht ausbalanciert ist. Dadurch kann ein Sattel unverhältnismäßig viel Druck auf eine kleine Stelle ausüben. Solche Druckstellen sind für das Pferd sehr schmerzhaft und verursachen immer Probleme.
DRUCKSTELLEN
Druckstellen entstehen – wie das Wort schon deutlich macht – durch zu viel Druck, also dem Reitergewicht, auf einer zu kleinen Oberfläche. Im Endeffekt erkennt man sie an weißen Haaren an dieser Stelle, aber dann ist das schlimmste schon geschehen. Es beginnt mit kleinen Schwellungen, die schnell wieder verschwinden. Aber in der Zwischenzeit wird das Gewebe bereits systematisch beschädigt und wird im weiteren Verlauf absterben: Muskelatrophie.
Genau das Gegenteil was man mit Training eigentlich erreichen möchte!
Man sieht oft Pferde mit einem hohen, steilen Widerrist und in 90% der Fälle ist hierfür der Sattel die Ursache.
Wenn man bedenkt, wie viel Schmerzen ein Pferd erdulden muss, wenn durch eine zu schmale Kammer ein Zangeneffekt über die Spitzen des Sattelbaumes entsteht?! Wenn dann der Sattel schließlich genau in die entstandenen Kuhlen fällt, ist die Meinung größtenteils: „aber der Sattel passt genau“... Ja, inzwischen leider schon! Der Körper hat sich im negativen Sinne angepasst. Aber wenn man der Schulter wieder Platz geben würde, wäre sie in den meisten Fällen in der Lage sich wieder zu regenerieren!
GESCHÄDIGTE WIRBEL
Leider haben viele Sättel eine zu schmale Kammer (der Abstand zwischen den Kissen) und wenn dann die Kissen auch noch zu hart gefüllt sind, nimmt das Drama seinen Lauf. Denn bei jeder Biegung die vom Pferd verlangt wird, stößt eines der zwei Kissen gegen die Wirbel. Solch eine Situation ist sehr schmerzhaft und führt zu ernsthaften Schäden. Und wenn dann das Pferd nicht mehr mitarbeitet, wird dies als Weigerung ausgelegt und es bestraft.
SYMPTOME
- wegdrehen, wenn es den Sattel sieht
- beißen beim Satteln
- weglaufen beim Aufsteigen
- beim Reiten flüchten – das Pferd rennt beim reiten, anstatt ruhig mitzuarbeiten
- steigen - kann auch ein Zeichen für einen schmerzenden Sattel sein
- oder Pferde, die sich beim gurten bzw. nachgurten versuchen hinzuschmeißen
Dies alles sind Anzeichen die nicht ignoriert werden sollten!
EIN GUTER SATTEL
Ein Sattel der dem Pferd gut passt, hat einige spezifische, aber auch allgemeine Kennzeichen.
Die richtige Kammerbreite – es müssen mindestens 3 oder besser sogar 4 Finger zwischen die beiden Kissen passen. Die Kissen müssen breit und weich sein und überall aufliegen. Und natürlich darf der Sattel an der vorderen Kante nicht den Widerrist berühren.
Der Neigungswinkel der Spitzen des Sattelbaums (man kann sie verarbeitet im untersten Sattelblatt finden) muss identisch sein mit dem Neigungswinkel des Schulterblattes vom Pferd. Man kann dies leicht mit zwei Gerten kontrollieren, wenn sie sich kreuzen, ist etwas mit dem Sattel nicht in Ordnung.
Natürlich sollte man selbst auch bequem in seinem Sattel sitzen und die Sitzgröße muss passen. Denn auch der beste Sattel für den Pferderücken bringt nichts, wenn der Reiter nicht gut darin sitzen kann, denn dann hat das Pferd noch immer ein Problem.
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